Zum App Store
Zum Play Store


PERSON DER WOCHE

Anton F. Börner, Präsident des BGA


  ASPEKTE

  • Börner ist privat und beruflich tief verwurzelt im Außenwirtschaftsgeschäft.
  • Die Verbandslandschaft prägt er seit Jahren.
  • Er ist Verfechter der freien Marktwirtschaft, eines offenen Europas und des Freihandels.

 

Der „Mr. Außenwirtschaft“ der deutschen Lobbylandschaft heißt Anton Börner: Seit 16 Jahren ist er Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA), zuletzt wurde er 2015 für drei weitere Jahre einstimmig wiedergewählt.

Der Außenhandel und der europäische Binnenmarkt gehören bei Börner gewissermaßen zur Familie: Seine Frau, die er seit 40 Jahren kennt, ist Italienerin, die Familie lebt mit dem jüngsten Sohn in Rom. Die Tochter leitet das Weingut, das Börner in Italien gekauft hat. Sein Unternehmen Börner + Co. allerdings sitzt in Ingolstadt, wo der älteste Sohn inzwischen die Geschäfte des Sanitärgroßhandels führt. Anton Börner war gleich nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg, mit 25 Jahren, ins Familienunternehmen gekommen. Unter seiner Leitung wurde es zum Spezialisten für Haus- und Anlagentechnik ausgebaut.

Aktive Verbandstätigkeit war immer ein Teil der Karriere des 1954 geborenen Managers aus Bayern. So ist er Kuratoriumsmitglied des ifo Instituts, einem führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitut in München, er sitzt er als Vertreter des Handels im Verwaltungsrat der KfW und ist Sprecher des Beraterkreises des KfW-Mittelstandsrates. 2009 engagierte er sich als Fürsprecher in der PR-Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit der Aussage „Soziale Marktwirtschaft macht’s besser... weil sie uns weltweit wettbewerbsfähig hält.“ Diese Idee vertritt Börner immer und überall, häufig findet er dafür auch deutliche Worte. In Interviews lässt er seine politische Seite durchscheinen, engagiert sich für ein engeres, offeneres Europa, und Freihandel als Quelle des Friedens.

Auch außerhalb der Wirtschaft ist Börner aktiv: er berät den Vatikan und engagiert sich im Vorstand des deutschen Freundeskreises für Yad Vashem, die wichtigste Holocaust-Gedenkstätte in Israel.

Foto: © BGA


  AUSSAGEN

  • Alles, was freiem Handel entgegensteht, sieht Börner als Gefahr für Deutschland.
  • Über Trump findet er klare Worte.
  • Vor der Politik des US-Präsidenten warnt er, sieht sie aber nur bedingt als Gefahr für den Welthandel.

 

Über Isolationismus:

„Der nationale Alleingang führt irgendwann zu Protektionismus, zu großer Inflation und ist der Weg in den sicheren wirtschaftlichen Untergang.“

Über Grundsatzentscheidungen in der Wirtschaft:

„Wenn wir glauben, unseren Wertekanon gegen Geld verkaufen und aufgeben zu müssen, dann haben wir unsere Seele verkauft, unsere Glaubwürdigkeit.“

Über Handelsbarrieren:

„Katastrophal für die exportorientierte deutsche Wirtschaft und für unser Land insgesamt.“

„Viele der Ankündigungen ließen sich ohne Regelbruch kaum realisieren.“

Über Wirtschaftssanktionen:

„Ich bin kein Freund von Wirtschaftssanktionen, aber wir wissen, dass sie wirken.“

Über Trump und den Umgang mit ihm:

„Trump versteht nur eine harte Sprache.“

„Hart und ganz selbstbewusst auftreten. Das ist das Einzige, was einen Unternehmer Trump beeindruckt: Du bekommst einen gnadenlosen Wettbewerb zu spüren.“

„Machtbesessener Familienunternehmer ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft“

„Ich erkenne die Tendenz, dass wir eine ganz starke Partnerschaft dabei mit dem zweiten großen Handels-Land haben – nämlich mit China – um Herrn Trump zu erklären, wozu eine protektionistische Politik führen würde.“

„Deutschland muss Allianzen schmieden mit exportstarken Unternehmen, politisch und wirtschaftlich in Europa, mit Asien, mit Lateinamerika und Kanada.“

Über die US-Politik:

„Ohne die USA läuft nichts auf der Welt.“

„Eine Politik der Abschottung führt ganz sicher in einen wirtschaftlichen Niedergang.“

„Das Klima der Verunsicherung, das der neue US-Präsident mit seiner Antiglobalisierungspolitik geschaffen hat, wirkt sich bereits hemmend auf Handel und Investitionen aus.“

„Die ersten Amtshandlungen des neuen US-Präsidenten sind alarmierend. (…)  Angesichts der engen Verflechtung mit den USA stehe für deutsche Unternehmen viel auf dem Spiel.“

„Im Ergebnis glaube ich nicht, dass der Welthandel massiv durch Amerika gestört werden wird.“


  ANSICHTEN

  • Ohne die EU gebe es keine Zukunft, so Börner.
  • Das europäische Projekt müsse aber dringend besser erklärt werden.
  • Auch die Partnerschaft mit Frankreich sei unabdingbar.

 

Über die EU:

„Eine gemeinsame Zukunft ist nur mit Europa denkbar.“

„Wir brauchen ein freies Europa, wir brauchen einen europäischen Gesamtmarkt.“

„Es muss gelingen, der Mehrheit der Bürger die Errungenschaften der EU zu erklären und es muss gelingen, die Möglichkeiten der Teilhabe an diesem Wohlstand zu vergrößern.“

„Wenn die EU in der Handelspolitik handlungsfähig bleiben will, muss sie jetzt dringend die Kompetenzen in Handelsangelegenheiten klarer und eindeutiger regeln.“

„Notfalls müsse man sich auch in die Innenpolitik dort einmischen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern.“

„(Es) stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen der Globalisierungsprozess begleitet werden muss, um Risiken entgegenzuwirken und Chancen optimal zu nutzen.“

„Es sollte daran erinnert werden, dass die Europäische Union ihren Wohlstand zum großen Teil dem freien Handel verdankt. Die Geschichte zeigt, dass eine Politik des Protektionismus bisher immer gescheitert ist.“

„Wir müssen die Bevölkerung für Europa gewinnen und für Reformen.“

Über den deutschen Außenhandel:

„Es ist erstaunlich, wie die deutsche Außenwirtschaft den globalen Risiken – sei es politisch oder wirtschaftlich – trotzt.“

„Deutschland profitiert in einer beispiellosen Weise von der Offenheit seiner Wirtschaft.“

Über das deutsche Modell:

„Deutschland ist im Konsens aus der Krise gekommen und das kann auch ein Modell für andere Länder sein. Wirtschaft, Gewerkschaften und Regierung können gemeinsam in die Krisenländern gehen und dort erklären, wie wir es gemacht haben.“

Über den Wahlsieg von Macron:

„Wir gratulieren Emmanuel Macron zu diesem so wichtigen Sieg, nicht nur für Frankreich sondern die gesamte EU und damit nicht zuletzt für Deutschland. Die Franzosen haben sich für ein weltoffenes, zukunftsweisendes Frankreich entschieden.“

Über die Politik von Macron:

„Macron hat nun fünf Jahre Zeit, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Man muss alles daran setzen, so vielen Menschen wie möglich die Chance zu geben, die Möglichkeiten der Globalisierung und des europäischen Binnenmarktes zu nutzen.“

„Macron muss aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft wieder erhöhen. Denn nur so ergeben sich Chancen in einer globalisierten Welt.“

„Geld aus Deutschland wäre Gift für Macron.“

Über das deutsch-französische Verhältnis:

„Nur wenn die beiden größten Volkswirtschaften an einem Strang ziehen, können wir die europäische Gemeinschaft voranbringen. Diese Partnerschaft hat das Potential, die Vorreiterrolle bei der weiteren Vervollständigung des Binnenmarktes einzunehmen.“

 


HIER GEHT ES ZUM ARCHIV DER PERSON DER WOCHE


 

Unsere Partner

  • ECOVIS Beijing
  • Beiten Burkhardt
  • Osteuropaverein
  • Burkardt und Partner
  • Rödel & Partner
  • PricewaterhouseCoopers
  • RSP International
  • Thost
  • Schneider Group
  • Fischer HRM
  • Brand & Partner
  • Allianz
  • SGS Group Germany
  • Rufil Consulting
  • Irana Consulting
  • Noerr
  • GERMELA
  • Deloitte Legal
  • Commerzbank
  • Koehler Group
  • CT Executive Search
  • Certification & Consulting
  • arsa consulting
  • Lorenz & Partners