B20

Wirtschaftsformat des G20-Gipfels

  ASPEKTE

  • Parallel zur G20 hat Deutschland mit Dr. Jürgen Heraeus als Präsidenten den Vorsitz.
  • Im Fokus stehen die Themen Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit.
  • Ziel ist es, Handlungsempfehlungen an die G20 für nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu geben.

 

Wer B20 auf Wikipedia sucht, findet erst einmal die Bundesstraße 20, die vom oberbayerischen Schönau am Königsee in die Oberpfalz führt, nach Fürth im Wald.

Die „Business20“ hingegen, das Wirtschaftsformat des G20-Prozesses, führt um die ganze Welt. B20 ist die erste von der G20-Gruppe offiziell anerkannte „engagement group“, die mit ihrer praktischen Expertise und konsolidierter Interessenvertretung die G20 unterstützt und den Dialog zwischen Politikern, Zivilgesellschaft und der Wirtschaft auf internationalem Niveau fördert.

Die Präsidentschaft der Gruppe ist an die Präsidentschaft der G20-Gruppe gekoppelt und fällt somit in diesem Jahr Deutschland zu. Im September 2016 hatte die Bundesregierung diese von China übernommen, im Jahr zuvor hatte die Türkei die G20-Präsidentschaft inne. Weder die B20 noch die G20 haben ein ständiges Sekretariat, alle wesentlichen Entscheidungen werden turnusmäßig von einem G20-Land koordiniert. Die deutsche B20-Präsidentschaft wird von einem Exekutivkomitee aus Bundesverband der Deutschen Industrie, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Deutschem Industrie und Handelskammertag getragen. Sie steht unter dem Motto „Shaping an Interconnected World“. Deutschland legt den Fokus damit auf Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit.

Passend dazu wurde Dr. Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender des 1851 gegründeten, familiengeführten und heute weltweit führenden gleichnamigen Technologiekonzerns zum Vorsitzenden der B20 unter deutscher Präsidentschaft ernannt. Heraeus ist außerdem Vorsitzender von Unicef Deutschland. Unterstützt wird er von der Abteilungsleiterin Außenwirtschaftspolitik des BDI, Dr. Stormy-Annika Mildner als Sherpa und ihrem jungen, 12-köpfigen Team.

Am 2. und 3. Mai sind in Berlin über 800 Vertreter der Wirtschaft aus den G20-Ländern zusammengekommen, um Kanzlerin Merkel ihre Empfehlungen an die Politik zu übergeben. Zuvor war teilweise mit bis zu 2.500 Unternehmensvertretern gerechnet worden. Die Ausarbeitung dieser Empfehlungen, die den gesamten Themenkomplex der G20-Agenda umfassen, erstreckt sich über ein ganzes Jahr, der Entscheidungsfindungsprozess der Gruppe ist dabei konsens-basiert. In dieser Zeit steht die B20 immer im Austausch mit Regierungen und anderen Teilnehmern der G20.

Der letzte B20-Gipfel vom Dezember 2016 stand unter der Maxime „Resilience, Responsibility, Responsiveness – Towards a Future-oriented, Sustainable World Economy“. Er sandte starke Signale zur Unterstützung der Wirtschaft für das Pariser Klimaabkommen und den gemeinsamen Kampf gegen Protektionismus. Die Themen „Handel und Investitionen“, „Energie, Klima und Ressourceneffizienz“, Finanzierung von Wachstum und Infrastruktur“, „Digitalisierung“, „Arbeit und Bildung“, „KMU“, „Verantwortliche unternehmerische Tätigkeit“ und „Korruptionsbekämpfung“ werden von einzelnen Task Forces und Arbeitsgruppen behandelt. Diese bestehen aus Vertretern von Unternehmen und Verbänden auf Führungsebene, die gemeinsam konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen an die G20 zur Stärkung von nachhaltigem Wirtschaftswachstum erarbeiten. Die Arbeitsgruppen werden außerdem von sogenannten „Netzwerk-Partnern“ unterstützt, darunter „Business at OECD“ und das Weltwirtschaftsforum.


  AUSSAGEN

  • Die B20-Gruppe setzt sich für ein zukunftsgerichtetes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum ein.
  • Sie spricht sich gegen protektionistische Maßnahmen aus.
  • Vertreter plädieren für eine Stärkung der digitalen Infrastruktur gerade für KMU.

 

Dr. Juergen Heraeus, Vorsitzender der deutschen B20-Präsidentschaft:

„Die G20 muss mehr Mut haben, die Globalisierung aktiv zu gestalten.“

„Wir stehen für offene und auf Regeln fußende Märkte. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Gewinne der Globalisierung in unseren Gesellschaften weitläufig verteilt werden.“

„Wenn wir zukunftsorientiertes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sicherstellen wollen, spielt die Wirtschaft eine wichtige Rolle. Wir sind breit, diese Aufgabe anzunehmen.“

„Jetzt ist es wichtig, dass die G20 beim Gipfel in Hamburg im Juli diese ehrgeizigen Ziele in die Tat umsetzt.“

Ingo Kramer, BDA-Präsident:

„Als Stimme der Privatwirtschaft bringt der B20 unermesslich wichtige Erfahrung und frische Perspektive in die Politik.“

„Faktoren wie demographischer Wandel, Digitalisierung und wachsende Mobilität verändern die Arbeitswelt. Es ist daher besonders wichtig für die G20-Mitglieder sich für offene, dynamische und inklusive Arbeitsmärkte einzusetzen.“

Dieter Kempf, BDI-Präsident:

„Die deutsche Industrie ruft die G20 dazu auf, von protektionistischen Maßnahmen Abstand zu nehmen. Welthandel ist kein Nullsummenspiel, in dem der Verlust des einen des anderen Gewinn ist. Wenn wir gegen einander arbeiten, verlieren alle. Wenn wir zusammen arbeiten, können wir Wachstum, Arbeitsplätzen und Wohlstand auf der ganzen Welt schaffen.“

„Ein internationales Regelwerk für Digitalen Handel, im Rahmen der Welthandelsorganisation könnte dann „eine enorme Chance für kleine und mittelständische Unternehmen in der Welt bieten. “

Der Bundesverband der Deutschen Industrie:

„Wenn es die Gruppe der 20 (die G20) noch nicht geben würde, müsste sie heute erfunden werden. Denn weder können Staaten heute im Alleingang die großen Chancen der Weltwirtschaft nutzen, noch die großen Herausforderungen meistern. Nationale Alleingänge sind zum Scheitern verurteilt.“

„Die G20 ist ein wichtiger Impulsgeber und Agendasetzer. Sie hilft, die Regeln für die Weltwirtschaft weiterzuentwickeln.“

Eric Schweitzer, Präsident des DIHK:

„Die G20-Mitglieder sollten KMU den Zugang zur digitalen Wirtschaft erleichtern, indem sie die digitale Infrastruktur außerhalb von Industriezentren stärken, den Aufbau von Kapazitäten für KMU intensivieren und einen stärkeren Wissensaustausch ermöglichen. (...) Dies trägt dazu bei, KMUs fit für den internationalen Wettbewerb zu machen.“


  ANSICHTEN

  • Die B20-Gruppe identifiziere Wirtschaftsprioritäten.
  • Dies sei ein ideales Forum, um Globalisierungskritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.
  • Die digitale Transformation werde vorangetrieben.

 

Angela Merkel, Bundeskanzlerin:

„Allein die Existenz der G20 bedeutet, dass Abschottung und Protektionismus Wege in die Sackgasse, aber nicht Wege nach vorne sind.“

„Wer versucht, sich internationalem Wettbewerb zu entziehen, kann sich vielleicht kurzfristige Vorteile versprechen. Aber mittel- und langfristig wird die eigene Innovationsfähigkeit geschwächt.“

„Kein Land kann allein der Wiederholung einer solchen Krise (weltweite Finanzkrise 2007, A.d.R.) wirksam vorbeugen.“

Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin:

„Wenn wir den Kritikern von Globalisierung und internationaler Zusammenarbeit den Wind aus den Segeln nehmen wollen, dann sind die G20 ein ideales Forum.“

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister:

„Es gibt keine Alternative zur internationalen Zusammenarbeit (...) Entscheidend ist, dass die Gesprächskanäle offen bleiben und Schritt für Schritt Fortschritte erzielt werden.“

Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender BASF, zur neuen Arbeitsgruppe „Energie, Klima und Ressourceneffizienz“:

„Klimaschutz ist eine globale Aufgabe. (...) Die B20-Arbeitsgruppe wird die erforderlichen Konzepte und politischen Rahmenbedingungen diskutieren.“

„Die G20 spielt eine herausragende Rolle bei einer Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, das Nachhaltigkeit, Innovation und Wohlstand fördert.“

Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG, zur neuen Arbeitsgruppe „Digitalisierung“:

„Die Digitalisierung bietet besonders der Industrie neue Möglichkeiten, ihre Produktivität, Flexibilität und Qualität zu verbessern (...) Die Kooperation von Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Institutionen über Landesgrenzen hinweg trägt dazu bei, diese digitale Transformation voranzutreiben. Ich begrüße deshalb sehr, dass sich zum ersten Mal eine B20-Arbeitsgruppe auf die Digitalisierung konzentrieren wird (...).“

Emma Marcegaglia, Präsidentin von Businesseurope und Aufsichtsratsvorsitzende des italienischen Mineralölkonzerns Eni, Leiterin der Arbeitsgruppe „Handel und Investitionen“:

„Die G20 muss die richtigen Impulse setzen, um den steigenden Protektionismus abzuwehren und neue Chancen wie den digitalen Handel, der gerade Entwicklungsländern und kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen kann, voll auszuschöpfen.“

„Die B20 ist dabei ein wichtiger Akteur, um die richtigen Prioritäten zu identifizieren und zu der Umsetzung getroffener Entscheidungen beizutragen.“

Dr. Klaus Moosmayer, Anti-Corruption Chair des Business and Industry Advisory Committee to the OECD (BIAC), Chief Compliance Officer Siemens und Leiter der Arbeitsgruppe „Korruptionsbekämpfung“:

„Wir werden das Übel der Korruption nicht besiegen, wenn wir es getrennt bekämpfen. Deutschland ist unter anderem führend in der Umsetzung des OECD-Übereinkommens gegen Korruption. Das gibt Deutschland ein klares Mandat, die G20 auf die nächste Stufe des Kampfes gegen Korruption zu führen, welcher ein gemeinsamer des öffentlichen und des privaten Sektors sein muss.“

 

Foto: Logo der B20-Gruppe via B20 Germany

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