Dieter Kempf

BDI-Präsident

  ASPEKTE

  • Kempf zeichnete maßgeblich für den Erfolg der Datev verantwortlich.
  • Beim Bitkom prägte er jahrelang die Debatten.
  • Für den BDI will er sich auf das Thema Digitalisierung fokussieren.

 

Seit dem 1. Januar hat der Bundesverband der Deutschen Industrie einen neuen Kopf: Dieter Kempf ist neuer Präsident BDI.

Kempf wurde im Januar 1953 geboren. Seinen ersten festen Job fand der junge Münchner mit 18 Jahren beim ersten deutschen McDonalds-Restaurant. 1971 war Kempf einer der ersten deutschen Mitarbeiter, er blieb sieben Jahre bei dem Unternehmen und arbeitete sich parallel zum Studium zum Filialleiter hoch. Nach dem Abschluss seiner Diplomarbeit in Betriebswirtschaftslehre wechselte Kempf 1978 zur deutschen Tochter der US-Wirtschaftsprüfer Arthur & Young (heute Ernst & Young), wo er 1989 zum Partner (Geschäftsführer und Mitgesellschafter) aufstieg. Von dort aus rief ihn die Datev 1991 direkt in den Vorstand, mit Verantwortung für die Produkt- und Softwareentwicklung. Bereits fünf Jahre später stieg er zum Vorstandsvorsitzenden auf. Unter Kempf hat sich die Datev von einer deutschlandweit tätigen Organisation zu einem der größten IT-Dienstleister in Europa entwickelt. Die Genossenschaft bietet maßgeschneiderte IT-Dienstleistungen für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte und deren Mandanten und hat rund 7.000 Beschäftigte.

Von 2011 bis 2015 führte Kempf als Präsident den BDI-Mitgliedsverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien). In dieser Zeit war er auch BDI-Vizepräsident. Unter seiner Führung entwickelte Bitkom inhaltliche Positionen zur Cyberkriminalität, zur Verbesserung der IT-Sicherheit oder zum Datenschutz und machte Vorschläge zur Digitalen Agenda der Bundesregierung und dem Konzept Digitaler Souveränität.

2005 wurde Kempf zum Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WiSo) der Universität Erlangen-Nürnberg ernannt. Bereits seit 1997 lehrte er kontinuierlich auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre des Steuerberatungsbetriebs an der WiSo im Studienbereich „Steuern und Prüfung“, der Studierende an der WiSo auf Tätigkeiten in der Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und auf Aufgaben im Finanz- und Rechnungswesen von Unternehmen vorbereitet.

Auf Kempfs Agenda als BDI-Präsident stehen die Herausforderungen der Digitalisierung natürlich ganz oben. Die Aufgabe, die „alte“ Industrie in der neuen Welt der Vernetzung voranzubringen und zu zwischen beiden zu vermitteln, reize ihn, sagte Kempf. Ein Spitzenverband Orientierung geben, „immer konstruktiv, aber auch hart für die Sache“. Der neue BDI-Präsident will „in Deutschland die Digitalisierung zu einem großen Erfolg führen: für mehr Wachstum und Wohlstand, für mehr qualifizierte Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven unserer gesamten deutschen Industrie.“


  AUSSAGEN

Dieter Kempf über Digitalisierung, Wachstum und Freihandel

  • Kempf: „Deutschland wird sich mehr anstrengen müssen.“
  • Die Wahl Trumps hält er für „beunruhigend“.
  • Die Kanäle für Freihandelsgespräche müssten offengehalten werden.

 

Zu seiner Person
„Ich kann gut zuhören und habe eine gute Auffassung in technischen Dingen. Außerdem kann ich gut vermitteln.“

„Ich kann auch bedarfsorientiert cholerisch werden.“

Zu seiner Aufgabe als BDI-Präsident im Zeitalter der Digitalisierung
„Ich habe lange darüber nachgedacht, warum jemand, der aus der Dienstleistungsecke kommt, plötzlich einen Industrieverband führen soll. (…) Es gibt eine ganz gute Begründung für mich, den Job zu machen.“

„Man muss Wirtschaft im 21. Jahrhundert neu erklären, (Zum Beispiel,) warum offene Märkte nicht des Teufels sind.“

Zu Zeitverträgen und der Generation Praktikum
„Befristete Verträge und Praktika anstelle anständiger Beschäftigung halte ich für falsch. (…) Da muss die Industrie ran. Damit mache ich mir sicher nicht nur Freunde, aber das ist meine Überzeugung.“

Zu Wachstum und sozialem Zusammenhalt
„Teilhabe am Wachstum ist wichtig, um die Akzeptanz für Wachstum langfristig zu sichern.“

Zur Rolle der Politik in der Wirtschaft
„Deutschland wird sich mehr anstrengen müssen, um seinen bisherigen Wohlstand zu halten. Die Politik muss mehr Wirtschaft wagen.“

Zu den wirtschaftlichen Beziehungen zu China
„Jetzt muss es darum gehen, Mauern in China abzubauen, und nicht darum, Mauern in Deutschland hochzuziehen.“

Zu wirtschaftspolitischer Isolation
„Dies würde der gesamten Weltwirtschaft und insbesondere der exportorientierten deutschen Wirtschaft schaden.“

Zu Trumps Regierung
„Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner „umso beunruhigender sind die wirtschaftspolitischen Ankündigungen des kommenden US-Präsidenten.“

Zu TTIP
„Die Europäische Kommission muss ihre Gesprächskanäle für ein transatlantisches Freihandelsabkommen offen halten.“

„Die deutsche Industrie steht zu TTIP – auch wenn wir uns im Moment mit der Realität eines sehr geringen Verhandlungsfortschrittes abfinden müssen.“

Zu Europa nach dem Brexit
„Für mich ist Europa nicht das Problem, sondern die Lösung.“

„Für die Politik (…) darf bei den Verhandlungen nur eine Devise geben: Europa zusammenhalten und stärken.“


  ANSICHTEN

„Dieter Kempf - er spart nicht mit Kritik.“

  • Kempf: „Deutschland wird sich mehr anstrengen müssen.“
  • Die Wahl Trumps hält er für „beunruhigend“.
  • Die Kanäle für Freihandelsgespräche müssten offengehalten werden.

 

Jens Koenen, Büroleiter Handelsblatt Frankfurt:
„Dieter Kempf bringt Qualitäten mit, die ihn für einen Spitzenjob auf Verbandsebene geradezu prädestinieren. Er spart zwar nicht mit Kritik, aber er bringt sie wohldosiert und gut verpackt an die Frau und den Mann.“

Arndt Kirchhoff, Arbeitgeberpräsident in NRW, Mitglied im BDI- und BDA-Präsidium:
„Kempf ist der richtige Mann, denn die Politik braucht einen kompetenten Partner beim Thema Digitalisierung.

Andreas Streim, Pressesprecher der Bitkom:
„Kempf kennt die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation – und weiß was nötig ist, um sie vor allem auch im Mittelstand erfolgreich zu gestalten. Seine Wahl ist auch ein Zeichen, dass die Digitalisierung der deutschen Industrie von ihrem Spitzenverband als Top-Thema erkannt wurde und jetzt mit noch mehr Nachdruck (…) politisch flankiert und unterstützt werden soll.“

Ulrich Grillo, ehemaliger BDI-Präsident:  
„Dieter Kempf ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die Chancen für Produkte ‚made in Germany‘ in der zunehmenden Digitalisierung zu vergrößern. (Er) hat die Expertise und die langjährige verbandspolitische Erfahrung, unsere Industrien und den Industriestandort Deutschland beim Weg durch die vierte industrielle Revolution zu unterstützen.“

Hein-Paul Bonn, IT-Consultant und Gründer der GUS Group AG & Co KG:
„Kaum jemand scheint dazu besser geeignet, als ein Vertreter der Informationswirtschaft, die nicht nur eine der größten Branchen in Deutschland ist – sowohl gemessen am Umsatz als auch an Arbeitsplätzen – sondern auch als Enabler, der wichtigste Player für die Transformation der Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle in praktisch allen anderen Industriesegmenten.“

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